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Der Schritt zum eigenen Spielparadies

Dream & Consider

Der vielversprechende Start von Jump XL Lille

Originelle Aktionen sind Publikumsmagnete

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Als Sportmanagement-Student machte der Franzose Rémi Boldoduc 2015 ein Praktikum bei ELI Play. In Eindhoven half er bei der Entwicklung einer neuen Jump XL-Filiale in einer ehemaligen Kirche. 2016 eröffnete er seinen eigenen Trampolinpark in Frankreich. Zusammen mit seiner Freundin Inès Beajot-Corsini betreibt er Jump XL Lille. Ein Tag im Leben zweier erfolgreicher Jungunternehmer.

8:30 Uhr

„Zeit für den Sprung aus dem Bett. Wir wohnen nur 15 Minuten von unserem Trampolinpark entfernt. Dort stehen morgens vorbereitende Arbeiten auf dem Programm: sauber machen, Annehmlichkeiten vorbereiten, Reservierungen bestätigen, ... Dann kaufe ich ein: Getränke, Süßigkeiten und Snacks müssen her. An Werktagen öffnen wir um 16 Uhr. Aber wir haben regelmäßig auch länger geöffnet. Samstags zum Beispiel von 10 bis 22 Uhr.

15:30 Uhr

Die Ruhe vor dem Sturm… Wir lassen schon mal Musik laufen. Anfangs habe ich diese Zeit immer genutzt, um selbst ein wenig zu springen. Keine spektakulären Kunststücke. Aber ein Salto war schon noch drin, vorwärts wie rückwärts. Aber mittlerweile ist so viel los ... Es ist schon wieder ein paar Monate her, seit ich selbst auf einem Trampolin gesprungen bin.

16:00 Uhr

Wir haben mittlerweile Verstärkung bekommen: Neben drei festangestellten Mitarbeitern haben wir jetzt auch noch drei Mitarbeiter auf Zeitvertragsbasis. In den Ferien brauchen wir ein größeres Team. Zu Spitzenzeiten haben wir bis zu zehn Leute im Einsatz. An sich ist es praktisch, flexible Arbeitskräfte zu beschäftigen. Aber die französischen Arbeitsgesetze sind streng. Wir müssen gut darauf achten, wie wir die Mitarbeiter einsetzen, um die Aushilfskräfte nicht fest einstellen zu müssen. Zum Glück ist Inès Juristin. Das macht viel aus. Auch in der Anfangsphase war es ein riesiger Vorteil, dass sie sich mit den Paragrafen auskannte. Wir sind wirklich ein Team, und das ist ein gutes Gefühl. Als ich auf die Idee kam, selbst einen Trampolinpark zu betreiben, stand sie sofort voll hinter mit. Ihre Unterstützung war unglaublich wichtig für mich. Ich weiß nicht, ob ich mich auf das Abenteuer eingelassen hätte, wenn sie Zweifel gehabt hätte.

17:00 Uhr 

Die Jump Arena ist voll ausgelastet. Sie ist für eine Stunde von einer Schulklasse reserviert worden. Die Schüler haben das selbst organisiert. Sie feiern schon einmal, dass sie bald Ferien haben. Solche Reservierungen haben wir regelmäßig. Wir pushen das aber auch, indem wir diese Möglichkeit bei Facebook bewerben. Dort stellen wir auch regelmäßig kurze Videos ein. Das machen wir schon seit Ende 2015. Da war unser Trampolinpark noch nicht einmal fertig. Aber wir haben Videos von niederländischen Jump XLs gepostet, damit die Leute wussten, was sie erwarten konnten. 

Uns war klar, dass wir beim Marketing nichts dem Zufall überlassen durften. Wir haben Radiospots und Werbeanzeigen in der Lokalzeitung geschaltet und hatten sogar eine riesige Plakatwand (3x4 m) gemietet.

Rémi Boldoduc

Und weil wir der erste Trampolinpark in Lille und Umgebung waren, bekamen wir viel kostenlose Publicity. Sogar die französischen Abendnachrichten schickten ein Kamerateam vorbei. Das steigert den Bekanntheitsgrad natürlich gewaltig.

21:30 Uhr

Jetzt wird es langsam ruhiger. Ich habe mir meinen Laptop geschnappt, um ein paar Mails zu beantworten und um mich um die Verwaltung zu kümmern. Diese Arbeiten erledigen wir quasi nebenher, während der Betrieb weiterläuft. Insgesamt nimmt das Ganze mehr Zeit in Anspruch, als ich erwartet hätte. Aber wer kann schon im Voraus abschätzen, wie es sein wird, wenn man einen Trampolinpark betreibt. Wir haben sieben Tage in der Woche geöffnet. Das ist schon happig. Manchmal gönnen wir uns eine kleine Auszeit oder wir machen einen längeren Urlaub, aber wir rufen immer wieder an und fragen, wie es läuft. Unser Park ist videoüberwacht. Wir können also auf unseren Handys jederzeit sehen, wie viel los ist. Und E-Mails beantworten wir auch im Urlaub. Völlig abschalten ist fast nicht drin.

22:00 Uhr

Wir schließen ab und machen Kassensturz. Finanziell läuft es gut, besser als erwartet. Wir haben es sogar geschafft, schon im ersten Jahr sämtliche Investitionen wieder reinzuholen. In Lille und Umgebung sind wir immer noch der einzige Trampolinpark. In ganz Frankreich gibt es jetzt aber schon über 35 Orte, an denen man Trampolinspringen kann. Es ist wirklich schnell gegangen: Als wir letztes Jahr angefangen haben, gab es landesweit nur fünf oder sechs Trampolinparks. Mich überrascht das Wachstum aber nicht. 2010 habe ich in den USA erstmals einen Jump Park besucht und mir war sofort klar, dass dieser Trend auch nach Europa kommen würde.

23:00 Uhr

Wir bringen unsere Tageseinnahmen sofort zur Bank. Dann geht es direkt nach Hause. Meistens essen wir noch etwas, bevor wir ins Bett gehen. Nach einer ordentlichen Mütze voll Schlaf sind wir wieder bereit für einen neuen Tag in unserem Park.


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