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Al-Ayn hilft Waisenkindern im Irak

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Indoor-Spielanlage sorgt für himmlische Freude

Ist es möglich, eine Indoor-Spielanlage im Irak aufzubauen? In einem Land, das derart von Krieg und Terror gebeutelt wurde, erscheint dies geradezu utopisch. Trotzdem wird für viele Waisenkinder in Bagdad jetzt ein Traum wahr: Ein Raum ist vorhanden und die Geräte hat ELI Play bereits geliefert. Die Stiftung Al-Ayn, die sich für Waisenkinder engagiert, kann es kaum erwarten, den ersten Salto zu sehen ...

Al-Ayn ist eine weltweite Organisation. Der Hauptsitz ist Bagdad, aber die Stiftung sammelt auch in vielen anderen Ländern, unter anderem auch in den Niederlanden, Spenden für betroffene Familien. Das Gebäude in Bagdad hat nicht weniger als fünf Etagen. Es beherbergt die Büros der Mitarbeiter und Lagerräume für Kleider- und Lebensmittelspenden. Eine Etage wird jetzt zum Spielparadies umfunktioniert.

Al-Ayn in den Niederlanden

Manche mögen denken: Ist das nicht überflüssiger Luxus und sollten nicht erst einmal die Grundbedürfnisse gedeckt werden? „Sicher, die stehen für unsere Stiftung auch an erster Stelle“, erklärt Hassan Jaafar, ein in den Niederlanden wohnhafter Iraker, der die Geschicke der Stiftung in Belgien und den Niederlanden lenkt. 1988 kam er als Flüchtling in die Niederlande. Nach seiner Rückkehr in den Irak gründete er ein Internetunternehmen, kam aber wieder zurück nach Europa, als er eine irakische Ärztin heiratete, die in den Niederlanden wohnt und studiert. Neben der Arbeit für sein Unternehmen wollte er „etwas anderes“ machen. So entstand der Kontakt zu Al-Ayn. „Bei Ihrer Suche nach Spendern wollte sich die Stiftung mehr auf die Niederlande konzentrieren. Diese Aufgabe habe ich dann übernommen.“

Hilfe für 60.000 Waisenkinder

Spenden sammeln – darum geht es hauptsächlich. Spenden, um den mittlerweile 60.000 von der Stiftung registrierten Waisenkindern im Irak zu helfen. 49.000 davon werden aktuell mit Nahrung, Kleidung, Bildung und medizinischer Hilfe unterstützt. Die Betreuer erhalten monatlich eine finanzielle Zuwendung. Viele der Waisenkinder kämpfen mit psychischen Problemen. Sie haben eines oder beide Elternteile verloren, meistens durch den Krieg oder Terroranschläge. Im Irak gilt man offiziell auch dann als Waise, wenn nur der Vater ums Leben gekommen ist.

Wieder Kind sein können

Viele Kinder sind traumatisiert. Es ist von immenser Wichtigkeit, dass sie das Elend auch mal vergessen, und wieder Kind sein können. So entstand die Idee, eine Indoor-Spielanlage aufzubauen. Um den Kindern aus Bagdad regelmäßig die Möglichkeit zu bieten, sich auszutoben. „Zunächst möchten wir das in Bagdad umsetzen. Wenn es ein Erfolg ist, möchten wir es auch auf unsere Niederlassungen in anderen Landesteilen ausweiten“, sagt Hassan dazu.

Begeisterung bei ELI Play

Die Stiftung kam mit ELI Play ins Gespräch und das dortige Team war sofort Feuer und Flamme. „Wir haben natürlich gefragt, ob wir einen Rabatt bekommen könnten, als Spende“, lacht Hassan. „Darüber solle ich mir mal keine Sorgen machen, sagte man mir.“ ELI Play kümmerte sich um das Design und die Umsetzung. Ende letzten Jahres wurden die Geräte dann in den Irak verschifft. Aber werden sie auch ankommen, in einem Land, in dem das Chaos regiert? „Das wird schon“, sagt Hassan. „Wenn man den Irak nur aus den Nachrichten kennt, könnte man meinen, dort herrscht ein heilloses Durcheinander. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus. An vielen Stellen ist es relativ sicher. Klar, es gibt Anschläge, aber die gibt es heutzutage ja leider auch in Europa.“

Soft-Play für Kleinkinder in Indoor-Spielplätzen oder Kinderecken
Soft-Spielplatz Indoor-Spielplatz

Großzügige Spender 

Die Abwicklung im Hafen zog sich hin, aber mittlerweile sind die Geräte im Hauptgebäude in Bagdad angekommen. Die Installation der Indoor-Spielgeräte wird so schnell wie möglich beginnen. Was bedeutet das für die Kinder? Und für ihre Betreuer? Sie sind überglücklich. Endlich fühlen sie wieder so etwas wie Hoffnung. Denn die Regierung kümmert sich nicht um Waisenkinder. 

Die Waisenkinder und ihre Betreuer haben endlich das Gefühl, dass sich jemand für sie interessiert.

Hassan

In der Zwischenzeit ist Al-Ayn weiterhin auf der Suche nach Spenden. Für 68 Euro pro Monat kann ein registriertes Waisenkind mit Kleidung und Essen versorgt werden. 70 Prozent der Spenden kommen aus dem Irak, 30 Prozent aus dem Rest der Welt. Hassan: „Es gibt eine anonyme Gönnerin, eine Frau aus dem Irak, die mit einer Spende von monatlich 68.000 Euro 1.000 Kinder unterstützt! Das freut uns natürlich besonders.“

Eine anonyme Spenderin überweist jeden Monat 68.000 Euro.

Ausweitung auf Syrien und Afghanistan

Aktuell liegt der Schwerpunkt auf dem Irak. In Zukunft möchten Hassan und seine karitativen Kollegen auch Waisen in Syrien und Afghanistan helfen. Aber derzeit hat Al-Ayn im Irak noch alle Hände voll zu tun. Laut den aktuellsten Schätzungen des dortigen „Planungsministeriums“ gibt es in diesem Land 600.000 Waisenkinder. Ein Teil dieser Kinder darf in Kürze in der 5. Etage in Bagdad springen und spielen.

Hassan erwartet, dass die Freude unermesslich sein wird, wenn die ersten Kinder sich austoben dürfen. „Wir bekommen auch Spielzeugspenden aus Europa. Wenn man nur die leuchtenden Augen sieht, wenn wir eine Puppe verschenken, die vielleicht 2 Euro kostet und die ein Kind hier bei uns nicht einmal beachten würde … Die Kinder blühen wirklich auf. Und demnächst haben sie eine echte Indoor-Spielanlage. So etwas haben sie noch nie gesehen. Das wird für unermessliche Freude sorgen.“

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